Recto-Verso: Die verborgenen Gesichter der Gewalt gegen Frauen – Dudelange

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Eröffnung der Ausstellung „RECTO-VERSO. Die verborgenen Gesichter der Gewalt gegen Frauen“ in Dudelange am 8. März 2018  

Eröffnungsrede des Bürgermeisters von Dudelange Dan Biancalana
Eröffnungsrede Dr. Kathrin Meß (IGS)

Eröffnungsrede von Dr. Kathrin Meß (in mündlicher Form)

Sehr geehrter Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren vom Schöffenrat und der Gleichstellungskommission, sehr geehrte Gäste,

ich möchte nur kurz etwas zur Entstehung und Konzeption dieser Ausstellung sagen. Auf das Thema selbst wird Frau Birnbaum von Femmes en Détresse eingehen.

Die Idee zu dieser Ausstellung geht zurück auf eine deutsche Ausstellung mit dem Titel: „Hinter verschlossenen Türen – Einblicke zur häuslichen Gewalt“, von Dr. Cornelia Ernst (Mitglied des Europäischen Parlaments für DIE LINKE.) und Sarah Buddeberg (Mitglied des Sächsischen Landtags für DIE LINKE.), die mit unserer Unterstützung am 6. Mai 2017 auf dem Vorplatz des Luxemburger Hauptbahnhofes gezeigt werden konnte. Diese Ausstellung hatte große Resonanz und wurde sehr positiv aufgenommen vom Luxemburger Publikum.

Wir konnten damals Frau Birnbaum gewinnen, auf dieser Ausstellung  Informationsmaterial von Femmes en Détresse zu verteilen. Sie war sehr beeindruckt und wünschte sich eine solche Ausstellung auch für den Luxemburger Raum.

Damit war der erste Schritt getan…

Im Rahmen der luxemburgischen „Orange Week“ vom 19. bis 26. November 2017, eine Woche, die auf die Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machte, wurde vom Gleichstellungsministerium Geld zu Verfügung gestellt, um diese Ausstellung hier zu erarbeiten. 

Auch wenn die Idee ähnlich ist – die Realisierung ist ganz anders. Zwar haben wir auch Statistiken ausgewertet, um anhand von Zahlen zu zeigen, wie schwerwiegend das Problem in Luxemburg ist, ebenso wichtig war uns aber, dem Thema ein plastisches Gesicht zu geben. Deshalb haben wir zum Beispiel vier Frauen interviewt, die sich bereit erklärt hatten, ihre Erfahrungen mit häuslicher Gewalt in unsere Ausstellung einzubringen. Diese Quellen erlauben es, den Zahlen ein Gesicht zu geben und das Thema für die Besucher/-innen sinnlich erfahrbar zu machen.

Auch haben wir authentische Texten und Aussagen von Luxemburger Frauen/Kindern/Jugendlichen verarbeitet, die Gewalt selbst erlitten haben – und es geschafft haben, Dank der Unterstützung durch FED, aus dieser Gewaltsituation heraus zu kommen. Sämtliche Aussagen, die Sie in dieser Ausstellung sehen, sind „authentische“ Aussagen. 

Das Thema der Gewalt gegen Frauen und Kinder (die meistens die größten Leidtragenden sind, weil sie sich noch nicht wehren können) wird auf 15 Tafeln und mithilfe von interaktiven Elementen realisiert, die jeweils eine bestimmte Facette der Gewalt vorstellen. Die interaktiven Elemente sind wichtig, damit die Besucher/-innen sich in Bezug setzen und in Form von Statements einbringen können

Zur Konzeption gehört die Erstellung einer Meinungsumfrage sowie die direkte Information in Form eines Büchertisches mit entsprechender Literatur, Flyern und Hilfsangeboten.

Wir möchten mithilfe dieser Ausstellung, das Thema der häuslichen Gewalt enttabuisieren und ins öffentliche Bewusstsein rufen. Die Behandlung des Themas im öffentlichen Raum schärft das Problembewusstsein innerhalb der Gesellschaft und kann Betroffene bestärken, sich zu wehren sowie professionelle Unterstützung anzunehmen.

Unglaubliches haben manche Frauen erlebt, Gewalt, die man sich kaum vorstellen kann – und doch gibt es einen Ausweg – wir wollen Frauen Mut machen sich zu wehren. In diesem Sinne wünschen wir der Ausstellung zahlreiche Besucher/-innen und gute Diskussionen…

Loris Spina, Schöffe in Dudelange und Dr. Kathrin Meß (IGS)

Führung durch die Ausstellung und Erklärung der interaktiven Tafeln

 

Ausstellung: 9.3.18-22.3.18

VdD SEga 8mars EXPO Recto-Verso invit

 

VdD SEga Femmes&Culture 2018 depliant